Das Ende einer Weltkarriere

Ok, das ist jetzt vielleicht doch etwas übertrieben, aber nur etwas: Als ich nach dem überstandenen Halbmarathon am Wochenende unter der Dusche stand, habe ich überlegt, was ich mir in Bezug auf die Lauferei noch zumuten will. Es wird allgemein angenommen, dass Laufen gesund ist; grundsätzlich sehe ich das auch so – durch die Lauferei habe ich immerhin 30 kg abgenommen. Allerdings ist die Belastung der Gelenke (zumindest bei längeren Strecken) nicht zu verachten – ich selbst habe das manches Mal am Sprunggelenk und an der Hüfte zu spüren bekommen.

Nun hatte ich ja ursprünglich vor, am 23. April den Marathon in Hamburg zu laufen. Daraus wird aber definitiv nichts: Am Wochenende hat mich ein Männerschnupfen heimgesucht, der mich am Training hindert. Außerdem bin ich nicht vorbereitet: Ich hatte während der letzten Monate nicht die Zeit (und um ehrlich zu sein auch die Lust), die langen Läufe zu absolvieren. Und wenn ich denn doch mal länger unterwegs war, musste ich abbrechen, weil mein Haxn mich geplagt hat.

Hinzu kommt dann noch, dass ich trotz Trainings eine Marathon-Zeit laufe, die eher an ein Gehen erinnert als an ein Laufen. Auch wenn ich nach jedem geschafften Marathon stolz wie Oskar bin, hätte ich nichts dagegen, auch mal unter fünf Stunden zu brauchen. (Das hat zwei Mal trotz Trainings mit Trainingsplan nicht hingehauen.)

Aber zurück unter die Dusche: Ich habe für mich überlegt, dass ich mit den 2:16h gar keine so schlechte Zeit gelaufen bin – und das, obwohl der längte Lauf in der Vorbereitung gerade mal über 12 ½ Kilometer gin (drei Tage vorher wohlgemerkt). Wenn ich es hinkriegen sollte, dreimal pro Woche zu laufen (z. b. Dienstags und Donnerstags meine 9 Kilometer-Strecke durch den Wald und am Wochenende die große Runde mit etwa 16 km), dann sollte der nächste Halbmarathon ein Klacks werden.

Ich werde also meine Marathon-Karriere beenden und mich auf die (für mich) angenehmeren Distanzen beschränken. Das soll allerdings nicht heißen, dass ich nie wieder die 42,195 Kilometer wagen werde. Vielleicht juckt’s mich ein paar Jahren nochmal – dann kann ich immer noch den Rücktritt vom Rücktritt erklären…

Im Moment jedoch laufe ich lieber einen Halbmarathon in Würde als mich durch einen Marathon zu quälen…

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